Psychotherapie – Antworten eines Therapeuten (Teil 3)

Die Wartezeiten auf einen freien Therapieplatz in Nürnberg bei einem bei einem psychologischen Psychotherapeuten mit Kassenzulassung sind lang, das Angebot an unterschiedlichen Psychotherapieverfahren ist verwirrend. Wie man einen passenden Therapeuten findet und welche alternativen Möglichkeiten es gibt verrät der Heilpraktiker für Psychotherapie Michael Schramm.

Lesen Sie in diesem Artikel:
Seite 1: Bei welchen Beschwerden Psychotherapie helfen kann
Seite 2: Hypnose in der Psychotherapie – Hypnosetherapie
Seite 3: Wie finde ich in Nürnberg einen passenden Psychotherapeuten, Psychologen oder Heilpraktiker

Wenn ich mir ein Therapeutenverzeichnis so ansehe, dann ist die Auswahl der Psychotherapie-
verfahren, die von Psychotherapeuten und Psychologen in Nürnberg angeboten wird, riesig. Woher weiß ich als Patient, was da das richtige für mich ist?

Aus der Psychotherapieforschung weiß man, dass weniger das Verfahren, mit dem der Therapeut arbeitet, entscheidend für den Erfolg einer Psychotherapie ist, als vielmehr die Therapeutische Beziehung, also das Miteinander zwischen Therapeut und Patient. Wie sagt man so schön: „Die Chemie muss stimmen“.

Natürlich gibt es unterschiede in der Herangehensweise und dem Selbstverständnis des Therapeuten, und beides ist auch durch die Philosophie seines Therapieverfahrens geprägt worden, ihn dem er ausgebildet wurde. Zum Beispiel wird in der Gestalttherapie, so wie sie mir vermittelt wurde, sehr viel Wert auf die angesprochene Beziehungskomponente gelegt: „Heilung in der Beziehung“ wird als zentraler Wirkfaktor gesehen. Das kommt daher, weil der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber einen großen Einfluss auf die Gestalttherapie hatte. Buber sah den Dialog als zentral verbindendes Prinzip, sowohl zwischen Menschen als auch zwischen Mensch und Gott.

In der Hypnosetherapie wiederum wird viel wert auf Sprachmuster gelegt und wie diese genutzt werden kann, um heilsame Bewusstseinszustände zu erzeugen und natürliche Ressourcen des Klienten zu wecken.

Die systematische Familientherapie wiederum hat, um ein drittes Beispiel zu nennen, ein großes Augenmerk auf den Interaktionen des Patienten und seinen Familienmitgliedern.

Von den Krankenkassen wird in Deutschland leider nur die Psychoanalyse, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Verhaltenstherapie bezahlt, obwohl andere Verfahren wie zum Beispiel Gesprächstherapie nach Rogers, Gestalttherapie und systemische Familientherapie gute Wirksamkeitsnachweise erbringen konnten. Aber das ist zum Teil wohl auch ein Politikum.

Um auf die Frage zurückzukommen: Verlassen Sie sich bei der Wahl des Psychotherapeuten auf Ihren Bauch. Wenn Sie während des Erstgesprächs ein gutes Gefühl haben und den Eindruck haben, der Therapeut bemüht sich, Sie zu verstehen und Sie ernst nimmt, dann sind Sie richtig.


Welche Möglichkeiten habe ich, wenn mir „die Seele brennt“. Kann in akuten Fällen auch schnell geholfen werden?

Deutschlandweit herrscht derzeit (2016) eine erhebliche Unterversorgung an psychologischen Psychotherapeuten mit Krankenkassenzulassung und entsprechend an freien Therapieplätzen. Auch in Nürnberg muss man als Patient, ähnlich wie bei einem Fachärzttermin, lange Wartezeiten in Kauf nehmen, wenn man sich für eine ambulante Psychotherapie entscheidet. In akuten Fällen, also wenn zum Beispiel eine Suizidgefährdung vorliegt, kann ein Arzt natürlich eine Einweisung in eine Klinik veranlassen. Auch die Telefonseelsorge kann bei einer Krise eine gute Anlaufstelle sein.

Wenn man als Patient die finanziellen Möglichkeiten hat, empfiehlt es sich, Unterstützung bei einem Therapeuten ohne Kassenzulassung zu holen. In Nürnberg gibt es eine große Auswahl an psychotherapeutisch zum Teil sehr gut qualifizierten Psychologen und Heilpraktikern. Denn je früher man sich mit seinen Problemen an einen Fachmann wendet, desto niedriger ist meist die Therapiedauer. Zudem sinkt bei einer zeitigen Behandlung das Risiko, dass sich die Beschwerden chronifizieren.

Mal angenommen, ich habe Angst aus dem Haus zu gehen. Macht ein Psychotherapeut da auch Hausbesuche?

Die Symptomatik, die Sie da ansprechen, also dass ein Patient Angst hat, aus dem Haus zu gehen, nennt man Agoraphobie, auf deutsch Platzangst. Diese tritt häufig zusammen mit einer Panikstörung auf. Hausbesuche sind bei Psychotherapeuten zumindest nicht üblich. Ich kenne in Nürnberg auch keinen Psychotherapeuten, der das anbietet. Das hat auch einen Grund: Ein Hausbesuch würde die Symptomatik noch weiter unterstützen, weil der Patient die angstauslösende Situation weiter vermeiden kann. Nicht nur in diesem Fall ist ein erster Schritt in Richtung Heilung schon getan, wenn der Patient in die Praxis kommt.

Ich persönlich ziehe meine Grenzen nicht ganz so eng, da ich der Meinung bin, dass es ein Stückweit meine Aufgabe als Therapeut ist, den Menschen dort abzuholen, wo er gerade steht. Auf Hausbesuche lasse ich mich zwar auch nur dann ein, wenn ein Klient oder eine Klientin bettlägerig oder aus anderen Gründen körperlich nicht mobil ist, und dann auch nur im Großraum Nürnberg /Erlangen. Was ich jedoch unter bestimmten Voraussetzungen anbiete ist eine psychologische Telefonberatung via Skype. Diese kann eine Psychotherapie in den Praxisräumen nicht ersetzen, kann aber zum Beispiel dazu dienen, in einem Erstgespräch vorab über Möglichkeiten und Vorgehensweisen zu informieren und so Hemmungen abzubauen. Klienten, die ich schon länger kenne, räume ich die Möglichkeit der Telefonberatung im Anschluss einer Therapie ein, wenn sie akut eine Fragestellung haben und die Anfahrt zu weit ist z.B. weil sie aus Nürnberg und Umgebung weg gezogen sind.
Bei eng umgrenzen Fragestellungen kann es manchmal hilfreich sein, eine außenstehende Person mit psychologischen Expertenwissen zu befragen, ohne sich dafür gleich in Therapie zu begeben. Dafür eignet sich eine psychologischen Beratung am Telefon bzw. per Skype: Telefoncoaching sozusagen.


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Seite 1: Bei welchen Beschwerden Psychotherapie helfen kann
Seite 2: Hypnose in der Psychotherapie – Hypnosetherapie
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